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Heiß war nicht nur das Wetter in der Wiener Krieau am Derby-Tag, sondern auch die Leistungen in den Highlights des Tages.

Fangen wir gleich mit dem Höhepunkt des Renntages an, also mit dem 136. Österreichischen Traberderby. Die beiden „gemeinten“ Pferde des Rennens setzten sich nach zügigem Start an die Spitze des Feldes. Zunächst setzte sich Mon Amour Venus in Führung, ließ sich aber nicht regulieren womit es mit Favorit Heck M Eck im Rücken in etwa einer 1:13er Zeit über den ersten Kilometer ging. Trotz schlechter Startnummer hatte sich Spanedohano schon bald Rang drei sichern können und folgte dem Führungsduo mit Abstand von zirka 3 Längen vor Trainingsgefährtin Power Uno. Die restlichen sechs Teilnehmer folgten bis etwa eine Runde vor dem Ziel mit Respektabstand. Etwa 750 Meter vor dem Ziel wechselte der Salzburger Christoph Schwarz mit Heck M Eck in die zweite Spur zum Angriff und zog mühelos an der Führenden Mon Amour Venus vorbei, die dem hohen Tempo auf den ersten knapp zwei Kilometern nun zum Opfer fiel und dem Favoriten nicht mehr folgen konnte. Auf Rang drei agierte weiterhin Champion Gerhard Mayr mit dem „Antonshofer“ Spanedohano vor Suzi KP die sich in zweiter Spur sehr gut heran gearbeitet hatte. Aus dem Hintertreffen rückten nun auch Lido, Delta Venus und Hofburg nach. Im Schlussbogen hatte sich Heck M Eck schon von den Verfolgern deutlich entfernt, Mon Amour Venus folgte immer noch auf Rang zwei, wurde aber Mitte des  Schlussbogens von Spanedohano attackiert, während die noch einige Reserven zu haben scheinende Delta Venus auf Grund einer Unaufmerksamkeit von Thomas Royer in Galopp verfiel und somit ein sehr gutes Geld versprang. Suzi KP und Lido folgten dann noch in Schlagdistanz um die Platzgelder hinter Spanedohano und Mon Amour Venus und auch Hofburg wurde jetzt eingesetzt. Heck M Eck war mit überlegener Führung mittlerweile weit von der Konkurrenz abgesetzt zu einem verdienten Weile-Sieg in neuem Rennrekord von 1:15,0/2600 Meter gelaufen, dahinter gab es einen spannenden Fünfkampf um die besseren Gelder. Hier holte sich der von Gerhard Mayr gut vorgetragene Spanedohano den Ehrenplatz eine Länge vor Suzi KP, die den Schlussangriff von Hofburg noch mit Halslänge entgegensetzen konnte. Die letzten verbleibenden Gelder gingen an Lido vor der im Finish dann endgültig am Ende ihrer Kräfte befindlichen und auch nicht mehr angefassten Mon Amour Venus. Für Christoph Schwarz war es ebenso der erste österreichische Derby-Erfolg sowie für die bayrische Besitzergemeischaft Stall GESVEA & Johann Holzapfel und die Züchter Marcus Gramüller & Gerhard Sporrer. Den „Team Lila“-Triumph komplettierte Robert Gramüller als Vater von Mitzüchter Marcus als Trainer ebenso wie „Sepp“ Sparber, der ebenso als Trainer fungiert und somit nach dem eigenen Derby-Sieg 2010 mit Black Attack bereits zum zweiten Mal als einziger der Runde einen Erfolg im „Blauen Band“ bejubeln konnte.

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Das zweite Zuchtrennen des Tages mit dem Karl Bürger-Gedenkrennen wurde letztendlich eine sichere Beute von Charmy Charly AS im Besitz von Sabine Jackson, die gemeinsam als Züchterin mit Alfons Müller den Erfolg ihres Dreijährigen feiern durften. Der Anfang des Jahres in das Trainingsquartier des in Italien stationierten Deutschen Holger Ehlert gewechselte Charly du Noyer-Nachkomme wurde von Fahrer Roberto Vecchione sehr selbstbewußt stets in zweiter Spur vorgetragen. Vom Beginn weg hatte der bis dato ungeschlagene Shining Star das Geschehen diktiert, reagierte aber nach hohem Druck von Charmy Charly AS Ende des Schlussbogens mit einem Fehler und musste disqualifiziert werden. Gleiches Schicksal ereilte den ebenfalls mit zumindest Chancen auf einen Top-3 Platz ins Rennen gegangen Melody’s Best Way, der bereits im ersten Bogen einem Fehler zum Opfer fiel. Dahinter reagierte dann auch gleich Stallgefährtin Don’t Worry mit einer Unsicherheit, konnte von Conny Mayr aber noch rechtzeitig in die korrekte Gangart gebracht werden, um dann nicht mehr wirklich angefasst zu Rang vier zu laufen. Joana und Paloma Venus hatten sich rasch hinter Shining Star eingeordnet, folgten diesen stets streng an der Innenkante gesteuert und profitierten von dessen Fehler um die Ränge zwei bzw. drei zu belegen. Die fantastische Marke von 1:14,2/1600 Meter bedeutete einen neuen Rennrekord im "Bürger".

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Nachdem Mister Magic mit leichter Blessur und Stravinskij Bigi nach Kreislaufproblemen im Derby der Amateure mit dem Hermann Holzwarth-Gedenkrennen ausgefallen waren, erleichterte sich die Aufgabe für Uranosky Etoile mit Ing. Peter Sykora extrem. Zumal in der Startphase die zumindest bessere Chancen habenden Iron Beuckenswijk und Amicellina komplett durch Fehler ausfielen und der ebenso chancenreiche Kronprinz Rudolf ebenso patzte. Zunächst hatte Luggi Venus die eigentlich gar nicht gewollte Initiative übernommen. Dahinter folgten Ladi Venus und mit Blitzstart aus der zweiten Reihe Rolando Venus vor Milow und Favorit Uranosky Etoile. Kronprinz Rudolf folgte durch den Fehler am Ende des Feldes. Bereits nach 700 Metern schickte Ing. Peter Sykora den im Besitz von seiner Frau stehenden Uranosky Etoile nach vorne und übernahm ohne Gegenwehr des bisherigen Spitzenreiters Luggi Venus das Kommando. In zweiter Spur war Milow aufgerückt, innen daneben sah man Ladi Venus vor Rolando Venus und Kronprinz Rudolf. 900 Meter vor dem Ziel sah man mit Uranosky Etoile, Luggi Venus und Ladi Venus sowie Milow, Rolando Venus und Kronprinz Rudolf drei Pferde in erster Spur sowie drei Pferde in zweiter Spur. Zu Beginn der letzten Gegenseite erhöhte Ing. Peter Sykora mit Uranosky Etoile schlagartig das Tempo und war fortan nicht mehr zu gefährden um in überlegener Manier das Derby der Amateure zu holen. Im Schlussbogen wurde Kronprinz Rudolf von hinten in die Schlacht geworfen und bot mit Rang zwei nach Startfehler eine sehr gute Leistung vor der streng an der Innenkante und im Einlauf nach aussen wechselnden Ladi Venus die Rolando Venus das dritte Geld wegschnappte.

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Auch für den Traber-Nachwuchs in Form des 13. Mini-Traber Derbys wurde es an diesem Nachmittag ernst. Seine Ausgangslage von vorne weg nutzte Georg Gruber jun. mit seiner Maxima ausgezeichnet und siegte Start-Ziel vor Bandgefährtin Bounty (Adrian Taferner) und dem von der Höchstzulage startenden Nemo II mit dem Cousin von Siegfahrer Georg Gruber jun. Felix Gruber.

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Mit Manfred Strebel als Amateur unter den Profis war der Mann des Tages auch schnell gefunden, wenngleich Hubert Brandstätter ebenso zwei Siege einfahren konnte. Manfred Strebel war nämlich der Mister 100% an diesem Renntag siegte er sowohl mit Miracle, als auch seinem Paradepferd Dragon Darche zum Abschluss des Renntages in der Tagesbestzeit von 1:13,1/1600 Meter. Hubert Brandstätter sorgte mit Dandy Venus eher für einen überraschenden Erfolg, ehe er die hingegen als Top-Favoritin im Viererwette-Jackpot Rennen antretende Brigitte Laksmy ebenfalls erfolgreich über die Ziellinie steuern konnte. Einmal mehr an einem Derby-Renntag stellte Alois Moser als Besitzer und Züchter mit Allegra Mo ein Siegpferd, die von ihrem ständigen Fahrer und Trainer Mario Zanderigo als größte Aussenseiterin des Tages zu einem Sieg nach Kampfankunft geführt wurde. Christoph Fischer pilotierte die diesmal besser zu fahrende Eve de Veluwe zu einem sicheren Erfolg für die Züchter- und Besitzerfamilie Hofmann. Seine überaus starke Form untermauerte Catch me if you can mit einem Triumph in 1:14,9 über die Steherdistanz von 2600 Meter trotz Zulage mit Franz Konlechner. Der Ex-Derbyvierte Mentor Venus zeigte als 10-jähriger starke Kämpfermentalität und siegte für den schon Jahrzehnte Trabrennpferde besitzenden Stall Tiefenbach nach vor allem zu Beginn aufwendigem Rennverlauf. Die beiden anderen Amateurbewerbe neben dem Derby der Amateure holten sich Lanzelot L nahezu Start-Ziel mit dem aktuell in der Staatsmeisterschaft Führenden Matthias Walcher sowie Xena Venus die ihre gute Form ebenfalls prolongierte um Besitzer Robert Berger dessen zweiten Lebenstriumph zu sichern.

Trotz der Hitze und daher nicht ganz sovielen Zuschauern wie eigentlich zulässig gewesen wären an diesem Renntag, sah man Spitzensport vom Feinsten. Der Wiener Trabrenn-Verein verabschiedet sich nun in die Sommerpause und hofft dann mit Beginn der Herbstsaison am 3. Oktober bei angenehmeren Temperaturen und auch hoffentlich kapazitätsmäßig mehr möglichem Publikum auf Ihren zahlreichen Besuch sowie ebenso spannende Rennen.

Bericht: Alexander Sokol
Redaktion: Andreas Binder
Fotos: Eduard Risavy